Das völkische Russland und seine Freunde

Während „linke“ Medien die „Pegida“ gerne als Völkische Bewegung verunglimpfen und in ihren pathologischen Warnvorstellungen dass „Dritte Reich“ wieder auferstehen sehen, schlägt ihr Herz doch oft für Russland. Denn in der plumpen Polarisation der Mächte ist Russland in ihren Augen einer der „Guten“, indessen der Westen den „Bösewicht“ mimt. Nun spricht sich die „Pegida“-Bewegung allerdings auch für einen Frieden mit Russland aus. Eventuell steht Russland so einer Bewegung positiver Gegenüber, als allen staatlichen – ob in Parteien oder autonomen Gruppen organsierten – „Linken“ in diesem Land.

Darum hat sich Sascha Lobo – es handelt sich dabei keinesfalls um einen coolen einsamen Wolf, eher um ein braves Hündchen an der Leine – im Spiegel-Online (17.Dez.) was ausgedacht für die Beschreibung der „Pegida“. Innovativ ist nur das Wort: „Latenznazi“, der Inhalt was dieses meint ist derselbe Blödsinn den Anhänger der herrschenden Kaste seit jeher ihren kleinen Drohnen erzählen. So weiß Lobo zu berichten, dass „xenophobe Signale“ gesendet werden können, „ohne dass sich Sender oder Empfänger das eingestehen müssten“, dass es sich um welche handelt. Denn „der unbewusst Rechtsextreme oder Latenznazi“ vertritt „rechtsextreme Positionen […] ohne zu wissen oder wissen zu wollen, dass sie rechtsextrem sind.“ Anhand solcher einer Position kann einfach alles diskreditiert werden, was von dieser Bewegung kommt. Neu ist das nicht im Geringsten. Menschen die als „Nazis“ gebrandmarkt wurden und zur Schlachtung frei gegeben sind, können sagen was sie wollen. Zum Beispiel: Wenn sich solche Leute für Israel aussprechen würden, wäre dies nur aus taktischen Gründen ein erforderliches Ärgernis, in den Augen der „Linken“ oder sie hätten die Gemeinsamkeiten zwischen dem Apartheidsregime in Jerusalem, einschließlich seines Konzentrationslagers: Gaza und dem damaligen Nationalsozialismus erkannt. Oder sie sprechen sich gegen Israel aus, womit sie das Klischee erfüllen würden und ihnen wird dann Antisemitismus, -judaismus, -zionismus – die in typisch deutsche Manier gleichgesetzt werden – oder gleich die Vernichtung des gesamten Judentums vorgeworfen. Zumal sich nur „Linke“ Antizionisten nennen dürfen und im Gegensatz zu „Nazis“ richtig differenzieren könnten, was ja zumindest innerhalb ihres beschränkten Rahmens zutreffend ist. Obwohl es in der Linken auch zunehmend schwerer wird, weil mittlerweile immer stärker die Bedienungslose Solidarität zum israelischen Apartheidsregime propagiert wird. Schließlich wurde es auch schriftlich fixiert. Die Bedienungslose Solidarität und Anerkennung von Nauru wäre dahingegen viel wichtiger und sollte auf die linke Agenda gesetzt werden, Zeit wird es.

Lobo erklärt jedoch noch, dass diese „Latenznazis“, dabei so geschickt seien, dass sie kein „aber“ mehr bräuchten, sondern einfach erklären könnten, „für das Asylrecht zu sein“ und gleichzeitig Asylanten herabsetzen könnten. Das ist unglaublich niederträchtig und wäre ja genauso, als würde man ständig was von Menschenrechten faseln die angeblich allen zustünden, weil universal, diese aber dann manchen Menschen einfach aberkannt werden sollten. Man weiß einfach das Menschrecht und „Nazi“ sich ausschließen, weil letzteres ja kein Mensch ist. Haben deshalb die „Nazis“ das Tierrecht für sich entdeckt und sind die „Linken“ deswegen so angefressen, weil sie sich für ihren Todfeind einsetzen, Fragen über Fragen. Dies erklärt aber auch warum die Abwertung von Deutschen als „gut“ oder nicht relevant eingestuft wird, weil von diesem Volk nichts „Gutes“ ausgehen kann, und die Abwertung von Schwarzen durch Deutsche, dann gleich Rassismus oder anderer kognitiver Dünnschiß ist. Denn so etwas niederträchtiges wie Rassismus, also die Abwertung eines ganzen Volkes und/oder seiner Kultur, gibt es gegenüber Deutsche nicht, dass können nur Deutsche, wahlweise auch andere Weiße, nur anderen Rassen antun. Und so muss man nicht sagen ich bin für Menschenrechte, aber „Nazis“ sind keine Menschen, sondern belässt es bei der ersten Aussage.

Aber Lobo hat noch einen Kalauer auf Lager: „Genau diese Realitätsverdrängung ist ein Grund zu größter Besorgnis, dahinter steht ein Problem bestürzenden Ausmaßes.“ Welches einhergeht mit einem abgeriegelten „Weltbild und die damit einhergehende Abkopplung von jeder Kausalität.“ Die einzige Realitätsverdrängung die nun schon seit mehr als 60 Jahren, im Osten vielleicht in einigen Fällen bei 20 Jahren, vorliegt, ist die Politik einer links-liberalen Herrscher Clique und ihrer willigen Helfer und nicht irgendwelcher „Pegida“-Demonstranten. Besorgnis löst dieser alltägliche Schwachsinn nicht mehr aus, auch wenn es momentan schön anzusehen ist wie versucht wird Trümmerhaufen, einer Jahrelangen am Volk vorbei regierten Politik, als Erfolg zu verkaufen. Wer aber in seiner eigenen abgeschotteten linken Welt lebt, merkt nur schwerlich was um einen herum passiert und erschreckt sich halt wenn der Fremde hässliche Deutsche wieder aus seinem Loch gekrochen kommt und plötzlich in des Linken Wohnung steht, weil er Anerkennung will. Als Linker will man solche Schandflecke nicht im eigenen Haus haben und ruft gleich die Kammerjäger, die diesen Schädlingen dann gehörig den Kopf waschen. Selbstverständlich Artgerecht.

Während also „Pegida“ nur wirres Zeug redet und es sich um „Nazis“ handelt, die davon jedoch nichts wissen, den man das aber sagen muss, weil ihre Meinung falsch und Menschenverachtend sei, ist die Gegenseitig immer bestens informiert und über jeden kleinesten Zweifel erhaben und würde sich nie, aber auch nie und auf gar keinen Fall in Wiedersprüche verstricken. Allein dies zu behaupten oder zu denken wäre pure Blasphemie. Bei dieser Bewegung handelt es sich also alles um „Nazis“, nur manche wissen noch nichts von ihrem Glück. Und diese „Nazis“ fordern nun einen Frieden mit Russland, statt eine Unterstützung der Ukraine. Wäre dies nicht logischer? Da es sich aber bei „Pegida“ um „Nazis“ handelt, muss die Solidarität mit Russland seinen Ursprung indessen völkischer Politik haben.

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Seit Putin mit der Krim seine Landsleute „Heim ins Reich“ geholt hat, wissen viele, hier braut sich schreckliches im Osten zusammen. Zumal der russische Präsident erklärte, „die Krim sei den Russen so heilig wie der Tempelberg in Jerusalem Juden und Muslimen“. Damit erhebt sich Putin, in den Augen von Berthold Kohler in der „faz“ (5.Dez.), „in den Rang eines national-religiösen Erlösers, der diese Halbinsel von `großer sakraler Bedeutung´ heim ins russische Reich holte.“ Ob nun gegen den völkisch/religiösen Fanatiker auf dem ehemaligen Zarenthron ein Angriff gestartet werden muss, obwohl es 1941 bekanntermaßen gehörig nach hinten losging, wird noch eifrig diskutiert, aber die üblichen linken Slogans „man müsse den Anfängen wehren“, so zumindest Kohler für die „faz“ (9.Mär.), fallen schon mal. Putin will also auch nur seines gleichen retten, so wie es „Pegida“ vorhat. Dieses retten ist legitim, aber Kohler wirft ihm lieber einen Bruch des Völkerrechts und dem Prinzip der Nichteinmischung vor. „Dass dies nur Propaganda ist, zeigt auch Putins Kosovo-Vergleich. Nun soll die Krim das Recht haben, das Moskau dem Kosovo bis heute abspricht, Abchasien und Südossetien aber zugestand. So geht Völkerrechtsauslegung nach Kremlherrnart.“ Und die Anerkennung des NATO/EU Protektorats-Kosovo ist dann die Auslegungsart des Westens, oder wie? Für Kohler ist klar, Putin kennt längst keine Grenzen mehr um seinen „großrussischen Nationalismus“ zu befriedigen und somit die „nationalistische Heimatfront“ ruhigzustellen. Er möchte zwar in Putin nicht Hitler sehen, meint aber dieser würde den Osten erobern. Das primitive daran, dies alles könnte auch auf den Westen übertragen werden. Schließlich streben die USA eine Neuordnung des Mittleren Osten an, bisher auch recht erfolgreich durch ihre Destabilisierungen in Syrien und anderswo, intervenierten in der Ukraine und stellen mit ihren ständigen Kriegen auch die Heimatfront ruhig, die sich von aller Welt bedroht sieht, weil diese ihre Rohstoffe für sich beanspruchen statt diese gänzlich der USA zu übertragen. Und hört man in Deutschland und Europa nicht ständig von antideutschen Kräften die Warnungen von einem aufkeimenden Nationalismus der bis in die Mitte der Gesellschaft reiche und sich unteranderem in „Pegida“ ausdrückt.

Die Deutschen, die keine straken Führer mehr haben dürfen, schauen über den Tellerrand und sehen Putin der Widerstand zeigt. Und es wirkt „zynisch“, beklagt Ann-Dorit Boy in der „faz“ (14.Aug.), aber „in den Augen vieler Leute“ gelingt es ihm „als Helfer und Friedensstifter dazustehen“. Denn so weiß die findige Reporterin, die auch als Ersatz für Kohler fungieren könnte, weil die Qualität der Aussagen sich auf dem gleichen niedrigen Niveau bewegen, dass es außer Frage steht wer der Schuldige für den Konflikt ist: „Keine Frage: Es war der russische Präsident, der den Konflikt vom Zaun gebrochen hat und der ihn mit konkreter Unterstützung für die Separatisten am Leben hält.“ Auch hier würde ein Blick in die andere Richtung gut tun, aber was soll man machen wenn man unfähig ist die eigene Politik zu kritisieren, also arbeitet man sich lieber an Russland, Putin und der „Pegida“ ab.

Schon längst nimmt wenigstens Putin die „Pegida“ für voll und lässt über „Russia Today“ davon berichten. Für manche wächst damit nur zusammen, was schon immer zusammen gehörte. Und so falsch wäre es vielleicht auch gar nicht. Russland verfügt über Rückgrat. So unterstütz Russland nicht nur die Separatisten im Osten der Ukraine, die unteranderem die Todesstrafe einführten, was will man aber bei solchen Leuten und deren Unterstützer erwarten, sondern hilft auch diversen Partei in Europa. So erhielt die Front National aus Frankreich gleich mehrere Millionen aus Russland. Ungewöhnlich wirkt das nur für verpeilte „Linke“, denn Russland kann mit neoliberalen „linken“ Subjekten nicht viel anfangen. Deswegen werden die Pro-Stimmen für Russland auch immer zahlreicher in jenen Parteien die in Deutschland, ähnlich wie „Pegida“, abgewertet werden. Neben der Jobbik aus Ungarn, der Lega Nord aus Italien oder der Ataka aus Bulgarien finden sich noch weitere Einwanderungs-, Islam- oder EU-kritische Parteien.

Folgendes lässt sich also festhalen: In der „Pegida“ tummeln sich nur „Nazis“, die es zum Teil noch nicht wissen. Russland unterstützt diese Bewegung und hält Kontakte zu anderen umstrittenen oder als „Nazis“ geoutete Parteien in Europa, es setzt sich für eine völkische Politik ein, wie es auch „Pegida“ vorhat, weil sie angeblich allen das Asylrecht entziehen wollen und beide förern den Patriotismus. Werterhin ist beiden gemein, dass sie das „linke“ Phrasen gedresche nicht mehr ertragen können und ein Gegengewicht zur EU, mit ihrer Nation zersetzenden Politik, bilden. Wenn die „Linke“ was verändern will, sollte sie aufhören sich ständig nach „rechts“ abzugrenzen um weiter ein Fieberdelirium einer bunten, vielfältigen, kurzum kapitalistischen Republik zu verwirklichen. Dies wird aber nie passieren, weil somit die weitere Einbindung ins herrschende Konzept ungewiss oder gänzlich obsolet wäre.

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