Sympathisches Russland

Russland wird als Hort des „Bösen“ gezeichnet, welches keine bunte Demokratie in seinem Reich haben will. Angeführt wird dieses Reich von einem irren Diktator, zu welchem Klaus-Dieter Frankenberger in der „faz“ (20.Feb.) verkündet: „dass Russland auf dem Weg sei, ein demokratisches Land zu werden. Unter Putin war und ist das offenkundig nicht der Fall; diese Illusion hat der Westen nun zu Grabe getragen.“ 

Zu Grabe getragen hat der Westen dieses Ziel noch lange nicht, zum einen finden provokante Demonstrationen von NATO und US-Truppen vor den Grenzen Russlands statt, bei denen „faz“ (27.Feb) Schreiber Jasper von Altenbockum die Tatsachen so verdreht, dass daraus ein notwendiges Manöver wird um einen erneuten – Anspielung auf die Eroberung Estland durch die Sowjetunion – Überfall Russlands zu vereiteln, wozu es die friedliebende USA bräuchte, die auch keine Kriegstreiber sind und in aller Welt nur zahlreiche Resorts für seine Soldaten angelegt hat, Abwechslung muss ja bekanntlich sein; und zum anderen wird frohlockt über „mutige Stellungnahmen“, dass man über Waffenlieferungen an die Ukraine diskutieren darf, ohne als Kriegstreiber bezeichnet zu werden, diese Bezeichnung soll ohnehin nur für die russische Seite gelten. Selbstverständlich haben die USA auch keine wirtschaftlichen Interessen, sondern nur ehrenvoll demokratische Motive in der Ukraine. Ohne Subjekte wie Altenbockum würde kein Mensch dies erkennen können, deswegen wird man von ihm und seinen „faz“- Kollegen auch ständig auf die „guten“ und friedvollen Motive des Westens aufmerksam gemacht.

Nun kann das Re­per­toire erweitert werden. Denn ständig wird mit allen Mitteln gegen Russland geschossen und nach dem Mord an Boris Nemzow, einem Putin-Kritiker, hat die Press neue Munition bekommen Putin weiter zu dämonisieren. Ann-Dorit Boy schrieb dazu in der „faz“ (28.Feb.): „Die politische Führung Russlands hat über Jahre hinweg ein Klima geschaffen, in dem Andersdenkende marginalisiert, terrorisiert und praktisch zum Abschuss freigegeben wurden. Das staatlich kontrollierte Fernsehen war dabei ihre vielleicht wirksamste Waffe.“ Und ergänzt ihren eigenen unreflektierten Schwachsinn einige Zeilen später, mit folgenden bitteren Früchten: „Auch wenn kein Kremlbeamter den Schützen bestellt und bezahlt haben sollte, der aus einem Auto heraus sechs Mal auf Nemzow feuerte, so hat doch der Kreml die Stimmung geschaffen, in der ein solcher Mord geschehen kann.“ Ja die „Trolle“ (eigen Bezeichnung der Kolumnistin) der „faz“ wissen wie man Blödsinn in artgerechten Häppchen serviert ohne sie selber jemals zu probieren.

Boy wirft in ihrem Artikel die Schuld an dem Toten dem Kreml vor und erhofft sich einen bezahlten Auftragskiller aus Kreisen der Regierung. Somit wird ein ziemlich einfaches Weltbild gezeichnet, in der der Feind immer auf der russischen Seite ist und seine Kritiker immer die „Guten“ sein müssen. Der russische Außenminister Sergei Wiktorowitsch Lawrow wählte dazu die passenden Worte: Es „sei jämmerlich“ die Tat „für politische Zwecke“ nutzen zu wollen und verbat sich gleichzeitig eine Einmischen von außen in die Untersuchung, die übrigens von Putin persönlich gelleitet wird.

Zudem will Boy die eigene Entwicklung in Deutschland nicht sehen. Hier wird auch seit Jahren ein Klima geschaffen in der Antifaschisten, Migranten, Homosexuelle hofiert und andere deutsche Bürger zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden, die dann auch schon mal zum Abschuss freigeben werden, bei dem es zu körperlicher Gewalt kommt, überwiegend aber noch zu dem sozialen und finanziellen Tod. Und die deutschen Medien waren und sind (!) jene Waffen die dieses Klima schafften, in der Ausschreitung und Terror von „Linken“ und Ausländern marginalisiert werden, weil für diese nur Samthandschuhe vorgesehen sind und wahrlich marginale Taten stattdessen stets zum „Vierten Reichen“ aufgebauscht werden.

Die Subjekte der „faz“ tun stets ihr Bestes, dass sich weder die Berichterstattung über Russland noch großartig der Blick auf die Problem in Deutschland ändern werden. Aber irgendwie müssen diese Gestalten ja auch ihr Geld verdienen. Jedoch wird mit solchen Schreiberlingen einem die „Diktatur“ im Osten von Europa – dann wäre es eben eine – immer sympathischer. Und solange einem in der „faz“ der Schwachsinn, welcher einem hier ständig als Normalität verkauft wird, sich in jenem Land noch nicht vollends durchgesetzt hat, wird sich diese Sicht auch keineswegs so schnell ändern.

(siehe auch Wie Putin Debalzewo eroberte)

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