Keiner mit keinem, Hygiene nach „rechts“

Ellen Kositza schildert in der „Sezession“ ihre Eindrücke aus Rom und erwähnt dort auch die „CasaPound“. Diese war für Lukas Steinwandter Anlass in der „Jungen Freiheit“ einen Artikel zu schreiben, mit dem schlichten Titel: „Italienischer Holzweg“. Dieser zeugt stark von einem Bild einer ideologischen Niete, die wahrscheinlich zu viel am Farbverdünner geschnüffelt hat. Ganze im Stile der deutschen Leitmedien wird von „Glatzköpfen“ in der „CasaPound“ geschrieben, es hätte hier nur noch das obligatorische Bild mit den Springerstiefeln und den weißen Schnürsenkeln gefehlt. Wenn es weg von den Schreibtischen hin zur Bewegung geht, dann wird das einigen „Rechten“ zu viel, weil scheinbar dass Ziel die Finanztöpfe der Herrscheden sind und keine Veränderung der jetzigen Situation im Land. 

Die „CasaPound“ scheint für manche deutsche „Rechte“ kein Bündnis Wert. Komisch nur das deren Projekt keineswegs so „schnell vergeht“, wie es Steinwandter typisch für die italienische Politik hält. Schon lange hat die „CasaPound“ was geschaffen, über das hiesige „Rechte“ nur träumen können. Unter anderem vereinen sie Theorie und Praxis (ganz im Sinne von Gramsci), während hier einige versteifte Konservative nur sowas wie Netzwerkrevolutionäre sind und sich nie die Finger schmutzig machen würden.
Wenn dies aber notwendig wird gegen die Zustände auf den Straßen, dann Reden diese Subjekte stets schlecht über die Jungs für Grobe. Wer gegen diese Leute grundsätzlich polemisiert, ohne zu erkennen, dass eine reine Theorie nie ausreichen wird, sofern überhaupt eine vorliegt, dann wird somit einfach die Realität verkannt und es schwingt der Verdacht mit, dass man sich eher der Herrschaft unterwerfen will statt gegen diese zu kämpfen. Denn der „Rechten“ bringt es nichts, sich ständig von Faschismus, Rassismus oder ähnlichem zu distanzieren und sich vor dem System zu Demokratie und Rechtsstaat zu bekennen. Die Medien und „Linken“ feuern solange weiter bis sie etwa eingereiht sind in den bunten Taumel oder die Zugeständnisse so groß sind, dass keine Gefahr für die herrschende Klasse besteht. Es ist einfach nur lächerlich, was dort im Artikel versucht wird.

Aber das Beste heben sich viele Autoren immer zum Schluss auf und so auch Steinwandter, der mal lieber Skifahren sollte: „Ebenso vergehen könnte die Chance in Deutschland für die langfristige Etablierung einer rechtsdemokratischen Politik, die mit Sarrazin, Pirinçci, AfD und Pegida eigene Ansätze zu bieten hat – wenn sie sich auf den Holzweg dieser italienischen Bündnispolitik zwischen Rechtspopulisten und Neofaschisten locken läßt.“ Steinwandter Weg ist so vernagelt, dass dieser gar nicht gemerkt hat, wie er auf dem Morast der bunten Republik langschritt und auf halbem Wege stecken geblieben ist. Die AfD – die noch lange keine Alternative für Deutschland verkörpert, gerade nicht mit dem Bernd Lucke Kurs, eine Richtung Alexander Gaulands wäre sympathischer – will doch kein Zusammenwirken mit „Pegida“ mehr. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit grenzen sich weite Teile der Partei von „rechts“ ab, um somit zu zeigen wie demokratisch man ist und dass die Regierung einen doch akzeptieren soll. Aus Sarrazin wurde auch nicht viel gemacht, was Lichtmesz in einem der Interviews mit „eigentümlich frei“ bemängelte. Die Chancen wurden teilweise schon vertan und nun sollen andere Möglichkeiten gar nicht erst probiert werden, weil die „CasaPound“ manchen zu „semilinks“, zu revolutionär oder gar faschistisch ist. Diese Leute sollten dann statt einer Zuarbeit für das Establishment eher Puzzeln, damit stören sie wenigstens keinen.

Martin Lichtmesz schreibt dazu wie immer gekonnt brillant: „Na – wenn das Potenzial, das mit den Schlagworten „Sarrazin, Pirinçci, AfD und Pegida“ abgesteckt werden kann, hierzulande verschleudert wird, dann sicher nicht deswegen, weil Kubitschek als interessierter Gast und Pegida-Affiner ein paar Sätze in Rom gesagt oder Kositza sich von der Show beeindruckt und den dort möglichen Allianzen überrascht gezeigt hat.
Sondern eher deswegen, weil die hiesigen politischen Kräfte vor lauter Verkrampfung, Feigheit, Selbstzweifel, Skrupulosität, Kalkül, Nasenringreflexen usw. unfähig sind oder zaudern, zuzugreifen. Stattdessen hat man offenbar lieber gewartet, wie der Kampf ausgeht. Die AfD als Ganzes etwa hätte sich schon längst mit Pegida kurzschließen können und sollen; das Material, das Sarrazin schon seit langem kompakt bereitgestellt hat, bleibt weiterhin ungenutzt liegen.
Das rechte Lager in Deutschland ist überhaupt gerne damit beschäftigt, sich gegenseitig ein Bein zu stellen, meistens unnötigerweise und mit einem fatalen, zuweilen kaum bewußten, illusorischen Schielen zur linksbesetzten Mitte und seine Tanten hin. In einer solchen Lage kann man sich einen interessierten Exkurs nach Italien schon gönnen; daß die Verhältnisse und Player dort ihrerseits ihre problematischen Seiten haben, versteht sich doch von selbst, ebenso daß derlei nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar ist.“

Auch Kositza kommentiert (kurz) persönlich und dabei viel ruhiger, als es hier je geschehen könnte, den Artikel von Steinwandter. „Kurze Einlassung zu jenem hier bereits mehrfach verlinkten JF-Artikel: Einerseits zuckt mir darüber allenfalls die linke Augenbraue – den jungen Kommentator Lukas Steinwandter hab ich anfangs gern gelesen und angeklickt. […]Andererseits will ich doch etwas klarstellen. Erstens, daß von 20.000 Teilnehmern in Rom nur linke Zeitungen geschrieben haben. Es dürfte sich ähnlich verhalten wie mit dem Pegida-Zahlenspiel: Gegner halbieren und runden dann großzügig ab. Zweitens: ausgestreckte rechte Arme habe ich persönlich nicht gesehen – ich weiß ja nicht, wo LS gestanden hat. Falls es sie gegeben hat: ein ausgestreckter italienischer Arm ist etwas anderes als ein deutscher es wäre. Drittens wär´s mir persönlich ein Graus, wenn bei Pegida pathetische Bombast-Musik gespielt würde. Ich hasse diese Art Musik. Als Gast in Italien sah ich keine Veranlassung mich zu beschweren.“

Die Südtrioler Herkunft von Steinwandter, auf die einige hinweisen, kann hier kaum vorgeschoben werden, für eine Begründung eines solchen dargebotenen Geschreibsels. Es ändert nichts daran, dass der Artikel auch bei der „faz“, „taz“ oder „Zeit“ hätte stehen können. Aber ja, Südtirol sollte befreit werden, dies wusste auch die damalige KPD unter Ernst Thälmann, die einen Verzicht als Verrat auffassten, aber deswegen muss man sich über Umwege noch lange nicht zu einem kruden Antifaschismus bekennen. Und wenn die „CasaPound“ die Heldenhafte Eroberung von Südtirol feiern, dann sollte ihr erklärt werden, dass jenes Gebiet im Vertrag von Saint-Germain abgetreten wurde. Was trotz anderer Gebietsversprechung sehr großzügig war, weil an der Alpenfront von den Italienern kaum Fortschritte erzielt wurden. Dies heißt nicht, dass einige gleich ihren Blick auf die ehemaligen Ostgebiete richten müssen.

In der „Sezession“ wurde im Kommentarbereich der Spuck des Abgrenzens, aber noch in eine andere Richtung getrieben. Dort kam das alte Zerwürfnis zwischen USA und Russland auf. Der Leser „Bak Shalom“ (Antideutscher-Arbeitskreis innerhalb der „Linken“) – diese zusätzliche Einfügung ist mehr als passend – „Martin“ zeigt in mehreren Punkten auf, wie sehr antideutsche Positionen Anklang finden sollen. Diese sind sonst eher von PI-News bekannt.

Für „Bak Shalom Martin“ sollte sich „Pegida“ nicht von einer „islam- und einwanderungskritischen Bewegung“ hin zu einer „post-sozialistische, antiamerikanische und pro-russische Bewegung“ entwickeln. Die Ergänzungen des Themenfeldes, die es bei „Peigda“ schon des längeren gibt, scheinbar wurden die Thesen von diesem Subjekt noch nie zur Kenntnis genommen, führen aber für ihn direkt zu einer „DDR 2.0“.

Die Verunglimpfung „DDR 2.0“ fungiert hier als Synonym für eine antisozialistische Ordnung, zumal auch postsozialistische Ziel unerwünscht sind. Kapitalismuskritik von „rechts“ ist immer noch nicht salonfähig geworden und so gelten in weiten Teilen die Wirtschaft und somit auch die Beibehaltung der Produktionsverhältnisse immer noch als ehrenwertes Gut, obwohl gerade diese im Zusammenhang mit der Masseneinwanderung und Islamisierung stehen. Dass „Bak Shalom Martin“ die Komplexität nicht mal Ansatzweise versteht, zeigt auch sein Amerika- und Russlandbild.

Die Parole „Ami go home“ ist ihm zu einfach und muss differenziert werden. Dass ein Bild zu den USA in der Regel differenzierter ist, ist klar und dafür gibt es auch die Redebeiträge bei den „Pegida“-Spaziergängen. Es kann aber wohl kaum erwartet werden jede Parole ellenlang auszuführen und Partei-Programme bzw. Thesen auf Plakate und Transparente zu drucken. Jedoch meint jenes Subjekt er „habe auch nichts gegen ernsthafte Globalisierungskritik und Kritik an den USA oder der EU.“ Doch diese Kritik an der USA sei für ihn „oftmals kaschierter Antisemitismus bis ganz offener Antisemitismus“, auch „ein simples Ami go home (wo ist er denn, der böse Ami? Ist er der Jude in uns?)“ läuft für ihn unweigerlich darauf hinaus. Während also Kritik an Amerika „kaschierter Antisemitismus“ sei und nur den eigen inneren „Juden“ – schon seit Ewigkeiten nicht mehr solchen Schwachsinn gelesen, auf solche Subjekte kann getrost verzichtet werden – bekämpfen will, würde dies damit kompensiert werden, indem man sich Russland zu wende. Dabei ist diese Hinwendung auch nur Antisemitismus, tada. So erklärte dass „Bak Shalom“ Subjekt: „Putins antiwestlicher Kurs kommt mir zuweilen, salopp formuliert, wie eine „Copy Paste“ Aktion zaristischer, antisemitischer Agitationsmuster vor, nur eben dieses Mal mit „USA“, „Westen“, „NATO“, „EU“, als Weltverschwörer.“

Diesen Antiamerikanismus solle „Pegida“ nicht aufsaugen, doch dies passiert schon seit längerem (siehe Thesen) und auch im Ausland sind viele „rechte“ Kräfte antiamerikanisch eingestellt. Sie sind also „dumm“ genug, weite Teile des Volkes nicht auszuschließen. Mit „triggern“ kann man solche ideologischen fäkal Ausfälle wohl kaum erklären, die nur eine Linie kennen an deren Ende immer die Juden und der Antisemitismus stehen.

„Diskussionen über die USA/ EU im Regelfall, wenn sie konsequent zu Ende und zum Grunde geführt werden? Das geht dann von der FED, die Wallstreet, über die Bilderberger zu den Freimaurern, zu Goldman Sachs, Rothschild etc. und am Ende stehen fast immer die JUDEN als pauschales (!) Zielbild. Und was bitte schön anderes, als Antisemitismus soll das dann sein?“

Kritik an der USA ist nicht gestattet und eine positive Positionierung gegenüber Russland auch nicht, wobei es bei letzterem immer auf die Unterordnung Deutschlands hinaus laufen würde, obwohl dies keiner ernsthaft verlangt. Das Subjekt erkennt nicht, dass Kritik an den USA, als Verkörperung des Kapitalismus, kein Antisemitismus darstellt, auch wenn es sicherlich solche primitive Geister gibt, „Bak Shalom Martin“ kann als Spieglung jener Geister genommen werden. Leere Phrasen die von dem Subjekt geäußert werden: „Ich habe auch nichts gegen ernsthafte Globalisierungskritik und Kritik an den USA oder der EU“, zerschellen schließlich an dem Kern seiner Argumentation. Diese Argumentation: USA/Kritik gleich Antisemitismus, verfolgt der „Bak Shalom“ seit Jahren, um jede Kritik zu unterbinden, was auch gut gelang. Wenn also Kritik an Menschen wie Rothschild geübt wird, dann würde man nicht ihre Methoden der Ausbeutung kritisieren, sondern, dass diese Juden sind, dass dabei wirklich antisemitisch gedacht wird, weil es angeblich relevant wäre dies in den Vordergrund zu schieben, kommt den Subjekten nicht eine Sekunde in den Sinn.

Hier will jemand einfach keine Kritik an den USA üben, weil wenn man auf die „Ostküste“ zusprechen kommen würde, wegen ihrer Konzentration von Medien- und Wirtschaftsbereichen, damit einem schon der Antisemitismus anhaften würde, wie ohnehin allen Deutschen (der Jude in uns, als Hass auf sich selbst). Damit wird eine möglich praktische Kritik von vornerein negiert und ausgeschlossen, weil man angeblich mit „Ostküste“ oder USA nur die Juden meinen würde, dass es dort Juden und eine Israel-Lobby gibt, ist nicht von der Hand zu weisen, aber der Einfluss dieser ist keinesfalls größer als mancher christlicher oder konfessionsloser Republikaner oder Demokranten die Kriege, Aufstände, NGOs usw. in aller Welt finanzieren, um sich Absatzmärkte in zu sichern. Es ist Ziel solcher Subjekte den Kapitalismus nur als Struktur zu begreifen, ohne dabei ausführende Personen zu kritisieren. Die Kritik der Methode darf nicht mit Personen in Verbindung gebracht werden, weil diese angeblich ebenfalls nur dem System unterworfen sind, dabei wird davon ausgegangen alle Menschen wäre gleich strukturiert, Machtgier oder unbegrenzte Konsummöglichkeiten wäre ihnen Fremd. Kritik an diesen Wirtschaftsverhältnissen und den Kriegen, und somit auch an Menschen die diese verursachen, ist im nächsten weiter gedachten Schritt auch eine Kritik an die Masseneinwanderung und Islamisierung und kein Antisemitismus, außer dieser wird als Kritik an alle Semiten verstanden (Araber). Diese Masseneinwanderung soll für jenes Subjekt ja im Fokus bleiben, jedoch ohne die Zusammenhänge zu benennen, womit eindeutig eine Reduzierung stattfindet. Auch wenn ein Schritt nach dem anderen gemacht werden muss, selbst Adolf Hitler sah als letzten Schritt den Endkampf gegen die USA vor; nachdem (!) die Sowjetunion besiegt worden wäre, muss dies trotzdem auf die Agenda gesetzt werden, um sich gegen die deutsche Regierung, mit ihrer Orientierung an den USA, zu positionieren. Wer vor dieser Positionierung Bedenken hat, weil auch Hitler dies später tat, anfangs pflegte man gut Beziehungen, der sollte überlegen wie sehr er sich von alles und jedem abgrenzen will, nur um nicht als Antisemit zu gelten. Ferner können durch eine antiamerikanische Positionier auch mögliche Bündnispartner, wie die „CasaPound“, aufgesaugt werden. Durch eine antirussische Position wären es andere Bündnispartner, wie „Swoboda“.

Und die USA unweigerlich mit den Juden in Verbindung zu setzen zeugt nicht gerade von weniger Antisemitismus im denken, weil der Einfluss von Saudi-Arabien wäre genauso hoch zu bewerten, wie der von Israel. Diese wurde sogar mal von Moshe Zuckermann auf der „Rosa Luxemburg Konferenz“ betont, als aus dem Publikum die primitive Frage nach der Verbindung der Israel-Lobby und der US-Regierung gestellt wurde. Meist impliziert gerade der Antisemitismus-Vorwurf solcher Subjekte, wie „Bak Shalom Martin“, dass sie selbst antisemitisch denken bzw. Antisemiten sind, ob tragisch oder nicht soll jeder selbst entscheiden. Zumal wenn sich Russland nicht unterworfen werden soll, was stets eine Unterstellung ist, warum dann den USA? Jenes Land führt Kriege, zerstört Kulturen und die Umwelt, und dafür soll Verständnis aufgebracht werden ohne dabei den Kapitalismus zu kritisieren, weil dies per se antisemitisch wäre? Sorry, das ist einfach nur Schwachsinn in Reinkultur und um Längen bedenklicher als ein paar „Ami go Home“-Rufe bei „Pegida“. Zumal die stationierten US-Soldaten endlich mal dass Land verlassen sollten, die Russen sind auch gegangen und keiner von beiden soll zurückkehren. Russland ist sicherlich nicht das Nonplusultra, aber es ist einem ideologisch, wirtschaftlich (aufgrund für die Umwelt) militärisch, geschichtlich und kulturell näher als es die die USA je waren. (Für ein paar deutsche Siedler können sicherlich „Kolonnen“ geschaffen werden, sofern Interesse dafür bestehen würde.)

„Pegida“ tut gut dran ihre Argumentation einfach zu erweitern, auch wenn sich viele Menschen gegen Islamisierung mobilisieren lassen, ist es doch die Distanz zur Regierung der Beweggrund, der viele Menschen auf die Straße treibt, wie auch die Studie zu „Pegida“ zeigte.

Der Kampf gegen die Islamisierung bzw. Masseneinwanderung ist wichtig, auch zur Abgrenzung gegenüber dem „Linken-Mainstream“.(1) Dieser Mainstream ist zum Teil eh mit der Situation überfordert oder gespalten, weil Antisemitismus bei muslimischen Einwanderern weit verbreitet ist und Antisemitismus keine Chance haben soll, sie aber zum Teil keine antimuslimischen Ressentiments schüren wollen. Aber ausschließlich einen Kampf gegen die Islamisierung zuführen, wäre etwas wenig, zumal dieser nicht als Kriegshilfe für westliche Interessen im Nahen Osten oder Afrika missbraucht werden sollte. Dabei kann ein moralisches herabwürdigendes Bild vom Islam kaum hilfreich sein, welches Muslim ständig zu Sündenböcken macht, auch wenn es bei solchen Taten wie in Rotherham schwer fällt. Aber solche kranken Taten, die Aufgrund der politischen Korrektheit verschwiegen wurden, zeigen, dass Muslime keineswegs so Stigmatisiert sind und auch keinen besonderen Schutz bedürfen.

Wer aber die Islamisierung nicht ohne Liberalisierung/Amerikanisierung, welcher den Islam in Europa durch seine Wirtschaftspolitik begünstigt, es sind Fastfood-Konzerne wie „Mc Donalds“ die eine hohe Ausländerquote haben und ständig Billiglöhner brauchen, und obwohl damit genauso die hiesige Kultur zerstört wird, kritisieren will und sich nur auf Muslim versteift, sieht andere Probleme einfach nicht oder will sie nicht sehen, der Anfang wäre zumindest darum zu wissen. Ferner geht es um die Masseneinwanderung an sich und diese kommt nicht nur aus islamischen Ländern, sondern auch aus Afrika oder Europa (Kosovo) und muss genauso bekämpft und kritisiert werden. Wer diese alles ausblendet und sich nur auf den Islam fixiert, mag zwar einen Schützengraben erobern, aber mindestens fünf an die Gegner verlieren. Viele Leute von „Pi-News“ haben dies bis heute nicht verstanden und werden es wahrscheinlich auch nie. So schreibt Peter M. Messer, dessen Text bereits von einer falschen Grundlage – „nicht einen Kampf gegen den Islam in Europa erfordern“, macht kaum einer innerhalb der „Rechten“ – ausgeht:

„Ich muss jemandem in die Augen sehen und ihm sagen: Ich will dich nicht. Davor schrecken die meisten Konservativen und Rechten zurück, und das ist der Grund, warum sie immer verlieren. Bei ihnen findet sich darum ein merkwürdiges Muster, wonach der Feind entweder sehr tief (Liberalismus!) oder sehr fern (USA!) lokalisiert wird, aber möglichst nicht in konkreten Konflikten mit konkreten Menschen. Es ist so, als ob man den Kampf an der Front verweigert und seine Hoffnungen auf metapolitische Vergeltungswaffen setzt, mit denen man eines Tages das ferne Zentrum des Bösen zu treffen hofft. Aber selbst falls das irgendwann mal gelingen sollte, ist es wie in richtigen Kriegen: Wenn sich die ideologisch-politische Soldateska erst mal verselbständigt hat und aus dem Land lebt, bleiben Angriffe auf das ferne Zentrum wirkungslos.“ Ein Paradebeispiel für die Unfähigkeit einen Zusammenhang von neoliberaler Wirtschaftpolitik und Einwanderung zu bilden.

Gerade versucht die „Blaue Narzisse“ ein differenziertes Bild vom Islam zu zeichnen (siehe hier und hier). Dennoch sollte kein Kuschelkurs zu den Muslimen hierzulande hergestellt werden, weil dies wirklich ein einknicken wäre. Aber es stelle sich zumindest die Frage, warum nicht mit hiesigen Hisbollah -Mitgliedern, die in Syrien gegen die Aufständischen kämpfen, zusammengearbeitet werden sollte, zumindest punktuell? Diese wären als eine Art Vertretung aus dem Libanon zu verstehen und verfügen hierzulande auch über keine hohen Mitgliederzahlen, im Gegensatz zu den türkischen Mitbürgern von über 3 Millionen, die sich größtenteils gar nicht zum Islam bekennen und trotzdem des Öfteren negativ auffallen. Das würde nicht heißen, dass sich diese Mitglieder hier benehmen könnten wie sie wollten.

Aber wenn Leute wie Messer schreiben: „Rechte und Konservative, die sich innerhalb Europas nicht klar gegen den Islam stellen, stellen sich jedenfalls selbst außerhalb einer wesentlichen europäischen Traditionslinie.“ Sollten mal genau recherchieren wie diese europäische Traditionslinie aussieht. Ferner wäre darüber nach zu denken und zu diskutieren inwiefern es eine „europäische Tradition“ gibt. Europas Kampf war nicht immer ein Abwehrkampf gegen Muslime. In Spanien schufen sie eine hervorragende Kultur, retteten antike Schriften vor der Vernichtung durch Christen, in Österreich wurde schon damals der Islam anerkannt und per Gesetz verankert, Dichter und Denken wie Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich Nietzsche drückten ebenfalls ihre Sympathien für den Islam aus, es gibt auch heute Deutsche die sich zum Islam bekennen als Antwort auf den Hedonismus und wie wären europäisch islamisch geprägte Staaten wie Bosnien zu bewerten. Diese und noch viele weitere Fragen müssten alle bei einer „europäischen Tradition“ berücksichtig werden, was aber kaum möglich ist wenn der Islam generell schlecht oder Faschismus sei und dieser war/ist angeblich das schlimmste was es gab/gibt.

Fest steht nur eines. Jeder „Rechte“ will was anderes, die einen wollen mit Russland, die anderen ziehen noch China hinzu und vernachlässigen neben den guten Beziehungen auch deren Spannungen, wieder andere wollen mit der USA und würden auch einem Bündnis mit seinen Trabanten Israel und Saudi-Arabien akzeptieren, andere klammern die Saudis aus um mit den anderen beiden ein Bollwerk gegen den Islam zu haben, andere wollen nicht mit Russland wegen der Vergangenheit, sowohl von Hitler aus, als auch wegen der verordneten Solidarität in der DDR. Ganz andere wollen nicht mit der „CasaPound“ Zusammenarbeit oder mit der Front National, die ersten sind ihnen zu faschistisch, die anderen zu liberal und weich gespült, und wiederum anderen ist der Front National nicht weich gespült genug. Manche wollen auch unbedingt mit der Ukraine paktieren und wieder andere stecken ihre Fühler nach Ungarn aus, aber auch hier bitte nur ohne Faschisten. Weiterhin blicken manche nach Indien oder wieder andere wollen ein Bündnis mit einzelnen islamischen Staaten oder gleich dem ganzen Islam (auch Europas), den es nicht gibt, gegen die USA (Stichwort Eurasier). Andere blicken Hoffnungsvoll auf die „AfD“ und wollen hier im System ankommen, weshalb sie sich hygienisch gegen „rechts“ abgrenzen, was ihnen manchmal was bringt. Andere erkennen die Zeichen der Zeit und nehmen die Bündnisse die da kommen werden, denn nur aus Fehlern kann man lernen. Usw. Usf.

Nachdem sich jeder von jedem abgegrenzt hat und keiner mit keinem will, freut sich die Regierung und ihre „Linken“-Helfer, weil für diese sind und bleiben es alles „Rechte“ und da steht die gemeinsame Front, trotz aller Unterschiede. Man kann es nie allen recht machen, aber manche Positionen sollten klar sein oder man kann sich in den Konsum-Reigen der Regierung einreihen.

Noch ist der Kampf gegen die Hydra nicht gewonnen!

(1)Dabei geht es nicht um die generelle Abschaffung des Asyls. Beim antiken Dichter Homer lässt sich dazu folgendes aus der Odyssee entnehmen: „es flehte aber Odysseus: „O Arete, Tochter des göttergleichen Rhexenor, Zu deinem Gatten und deinen Knieen komm ich, der vieles Litt, und den Schmausenden hier; es mögen ihnen die Götter Segen verleihn im Leben, und jeder vermache den Kindern Seinen Besitz und das Amt, das ihm vom Volke gegeben; Mir aber schafft Geleit, in Vaterland bald zu gelangen, Da ich schon lange fern von den Meinen Leiden erdulde.““ (7. Gesang) Dieses Recht kann aber nur für Menschen in Not gelten und muss auch eine Rückkehr beinhalten, wie es sich auch Odysseus wünschte.

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