Rudi Dutschke – Linke Ansätze zum Nationalismus (IV+Anmerkungen)

Mit seiner gleichermaßen vorhandenen Ablehnung sowohl der Sowjetunion als auch des Westens unter Führung der USA ist Dutschke derzeit aktueller denn je.

Denn ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Rechten sowie verschiedener Querfrontbewegungen blickt gegenwärtig hoffnungsvoll gen Osten. Als „Putin-​Versteher“ erhoffen sie, der Russe bringe dem Deutschen als neuer Bündnispartner die nationale Identität zurück.

Weder Ost noch West

Doch Dutschke argumentiert dagegen unverblühmt national. Er weiß klug zu differenzieren: „Anlässlich des ungarischen Volksaufstandes von 1956 wurde mir eines klar. Welches Volk sich auch immer in Mitteleuropa erheben möge, die Amerikaner und Russen werden ihre Herrschaftszonen mit allen Mitteln verteidigen und die andere nicht berühren. Selbstständigkeit, heute Autonomie genannt, ist nicht erwünscht.““

Eine Hinwendung zu Russland ist keine Unterwerfung, geschweige denn eine Forderung nach einer russischen Besatzung. Es sollen lediglich Elemente aufgegriffen werden, die hilfreich seien könnten bei einer Orientierung weg vom westlichen. Zudem berücksichtigt Stein nicht, dass nachdem Zusammenbruch der Sowjetunion die USA die alleinige Weltmacht waren und versuchen diesen Status beizubehalten. Und die Position wird wohl kaum von Russland, als Erben der Sowjetunion bedroht, sondern eher von China, welcher die USA wieder auf einen Rang einer Großmacht degradieren wollen, was ihnen auch gut gelingt, wenn man Handelsbilanzen, militärische Schlagkraft oder ihr Engagement in Afrika sieht.

Doch Stein greift noch was anderes auf: „Viel wichtiger ist es, in ihm einen Anstoß zu sehen, Gedanken aus einem vermeintlich anderen politischen Lager nicht kategorisch abzulehnen, sondern sich zumindest stückweise gegenüber einer sogenannten „Querfront“ aus kompatiblen Elementen offen zu zeigen. Unsere europäischen Mitstreiter haben das längst erkannt.“

Der „Querfront“-Gedanke, der zum hundertsten Male von „rechts“ kommt und nie von „links“, kann nur abgelehnt werden, wenn er ein zugehen auf „Linke“ beinhaltet und dabei eigene Grundsätze über Bord wirft. Die „Linke“ braucht keine „Querfront“, denn sie dominiert bestimmte Themen (Gender, Wirtschaft, Einwanderung), warum sollte sie diese Dominanz durch ein Zusammengehen mit „rechts“ niederrissen? Eine „Linke“ kann hier nur verlieren und das weiß sie auch. Sicherlich sollten sich bei „linken“ Theoretikern bedient werden um deren Ansichten ins „rechte“ Lager zu überführen, wobei die eigenen Theoretiker nicht ignoriert werden sollten. Und wenn „Linke“ bereit sind zu wechseln (Beispielsweise damals: Baldur Springmann, Günter Maschke) sollte man diese aufnehmen, welche von ganz alleine kommen werden, wenn eine Verbindung zwischen dem nationalem, sozialem sowie ethnisch/kulturellem hergestellt wird. Weiterhin lässt sich die ausländische „linke“ kaum mit der Deutschen vergleichen und somit auch nur schwer mit den hiesigen Verhältnissen. Die deutsche „Linke“ ist antinational und stark in die herrschenden Strukturen eingebunden, während die ausländische „Linke“ oft noch eine Opposition darstellt und einen positiven Bezug zu Begriff wie Volk und Nation einnimmt, diese werden dort keineswegs grundsätzlich mit Rassismus und Faschismus gleichsetzt. Zudem lehnt sich diese ausländische „Linke“, genauso wie die „Rechte“, oft gegen die Kapitalkräfte der USA und der EU (hier vor allem an Deutschland als führende dominierende Kraft) auf und nimmt einen positiven Bezug zu Russland ein. Die Ausgangspositionen sind also für unsere „europäischen Mitstreiter“ zum Teil anders, obwohl es dort auch Konflikte zwischen beiden Gruppierungen gibt.

Der zweite Teil von Philip Steins Artikel zu Dutschke. Hier der erste Beitrag, siehe auch hier und hier

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