Impressionen aus Frankfurt am Main (+Bilder)

Frankfurt

Frankfurt am Main fanden am 18.März Ausschreitungen statt, von denen überall zu lesen war. Die Rauchschwaden über der Stadt sollten vermutlich zur Verdunklung beitragen, falls russische oder anglo-amerikanische Kampfverbände die Chance ergriffen hätten, um in das Treiben einzugreifen.
Stein-HerzDazu kam es aber nicht. Gegen die Ausschreitungen wird hier auch kein genereller Einwand bzw. eine Verurteilung stattfinden, eher an dem politischen Hintergrund. In der „Zeit“ schreibt Lenz Jacobsen beispielsweise: „Weiterhin gilt: Gewalttätige Rechte machen Jagd auf Menschen. Linke zerstören Sachen.“ Polizisten sind nämlich keine Menschen, deswegen darf man sie auch mit Steinen, Brandsätzen und Säure bewerfen und Flüchtlinge sind auch keine Menschen, deswegen darf man ihnen auch die Unterkünfte anzünden (siehe bei Kolping den Eintrag vom 18.März).

Der „linke“ Grundtenor bei Twitter war oft, wenn Autos brennen schreit ihr auf, wenn Flüchtlingsheime lodern schweigt ihr still. Jetzt wurden aber gerade Flüchtlingsheime von „linker“ Seite aus angegriffen. Damit ist jeder Angriff in Zukunft auf so ein Heim nicht mehr politisch zu zuordnen, war er aber auch vorher nur schwer, weil oft der Verdacht bestand, dass solche Heime von „linken“ beschmiert oder eventuell gar angezündet wurden. Die „Rechte“ bekommt also Konkurrenz von „links“.
Vermutlich wird die Zerstörung der Unterkunft von den wandelnden Fäkalienhaufen damit begründet werden, dass diese Unterkunft angeblich Menschenunwürdig sei. Diese Subjekte sind nämlich nur zufrieden wenn sie Ausländer für ihre Zweckezerstörter Dönerladen instrumentalisieren können. Wenn ihnen nämlich diese zu Deutsch werden, zumindest ist dies von der Staatsbürgerschaft her möglich, ethnisch gesehen wird dies nichts werden, wird ihnen ihr kapitalistischer Dönerbetreib konsequent zerstört.
„An meinem Kiosk wurden die Fensterscheiben eingeschlagen, vor dem Döner-Laden meines Bruders wurde alles zerdeppert. Ich weiß nicht, wer uns den Schaden bezahlt. Das sind weit mehr als 500 Euro“, so ein türkischer Kulturbereicherer gegenüber der Bild-Zeitung, „der aus Angst seinen Namen nicht sagen will.“

Aber nicht nur die Ausländer werden abgewickelt, auch die Deutschen trifft es. Dies ist man gewohnt, doch wird hier noch stärken nach unten getreten als ohnehin schon. Wenn Kleidercontainer angezündet werden, die für Bedürftige vorgesehen sind und Kritik daran, mit den Worten kommentiert wird: „Geh doch Arbeiten“, bekommt man einen sehr guten Einblick um welches Klientel es sich bei den Protestierenden handelt. Aber nach dem die gemeingefährlichen Kleidercontainer angezündet wurden, tragen einen die neuen schicken Nike-Schuhe schon zur nächsten kapitalistischen Tat, bei dem den Genossen der Arbeiterklasse, für die sich kein „Linker“ mehr interessiert, das Auto angezündet wird, weil dort im Kindersitz der zukünftige Kapitalist mutiert wäre.zerstörtes Auto Kindersitz Im Anschluss werden die Haltstellen von Bus und Bahn zerstört, sodass Subjekte des Kapitals, vergleichbar mit Joseph Ackermann, wohl in Zukunft weiterhin ihr Privatauto nutzen müssen und nachdem noch schnell mit dem neustem IPhone ein paar Erinnerungsbilder geschossen wurden, wird sich anschließend bei McDonalds gestärkt. Für diese Subjekte des Kapitals sind Apple, Nike und andere Großkonzerne keineswegs ausbeuterische Großkonzerne die tausende Menschenleben zerstören, sondern es sind vielmehr Dönerbuden – die sind allenfalls langweilig – Kleidercontainer und Kleinwagen von Arbeitern.

Antikap McDonalds

Nun sollen sich die Organisatoren von Blockupy von dieser Gewalt distanzieren, aber warum sollten sie dies tun? Es ist Fakt, dass tagtäglich Gewalt passiert und Menschen von der „Verelendungspolitik“ (Ulrich Wilken, „Die Linke“) der EU und anderer Institutionen betroffen sind, nur gilt dies nur bedingt für die Subjekte des Kapitals, welche in Frankfurt am Main demonstrierten. Diese leben eher im Luxus und randalieren in ihrer Freizeit, nachdem sie quer durch Deutschland und Europa kutschiert und bezahlt worden, während andere wirklich ums Überleben kämpfen. Die Ursache für die Ausschreitungen ging aber nicht von den Demonstranten aus, sondern von der Polizei, so zumindest die Ansicht von Blockupy und anderen „Linken“. Christoph Kleine (Co-Sprecher von Wilken): „“Es war ja klar, dass dieser Polizeiapparat, der da war, auch eingesetzt werden musste und eingesetzt werden sollte.“ Und weiter: „Die Aktivisten waren mitgenommen und geschockt vom Ausmaß der Gewalt, der sie durch die Polizei ausgesetzt waren.““

geklautes polizeiautoDie Linke will immer revolutionär sein, wenn die Staatsmacht aber zurückschlägt, schreit sie Willkür und übertriebene Gewalt, dies ist erbärmlich. Wo wäre der Anreiz wenn die Staatsmacht kampflos aufgeben würde? Die Beschwerde von einigen grenzdebilen Gestalten über eine fehlende Kennzeichnungspflicht bei Beamten, sie hätten ja mit dem erbeuteten Polizeiwagen vorbeifahren können um die Dienstnummern in Erfahrung zubringen, kann als lächerlich abgetan werden, weil die Polizei durch ihre Twitter-Aktivitäten, einschließlich dem Video eines Angriffes auf eine Polizeistation, eine strake transparent an den Tag legte. Die Polizei muss einem dadurch nicht gleich zwingend sympathischer werden.

Aber während sich die „Linke“ verkrampft hinsichtlich einer Distanzierung, die auch nicht notwendig ist, zieht „faz“-Autor Jasper von Altenbockum eine Verbindung von „links“ und „rechts“: „Sie [die „Linke“] unterscheidet sich in diesem Zynismus kein bisschen von der NPD – inklusive Menschenverachtung. Nur ihre „Kameradschaften“ heißen anders.“  Den „schwarzen Block“ gibt es auf beiden Seiten und Menschenverachtend ist auch jenes Systems, welches solch ein Verhalten fördert, denn der gleiche Autor wirft alles in einen Topf: „An diesem Mittwoch wollen „friedliche“ Demonstranten die EZB mit Gewalt stürmen. Andere tun das schon seit Wochen mit Worten.“ Und weiter: „Das Schlimme aber ist, dass sich die Extreme wieder einmal vervielfältigen. Denn in diesem ideologischen Affentheater drehen seit Wochen so manche Eurogegner und Blindwutbürger als Komparsen ihr Pfauenrad. Auch sie natürlich im Namen der „wahren“ Demokratie.“  Subjekte wie Altenbockum bekommen gar nicht mehr mit, welche bunte Welt sie ständig mit konstruieren. Ständig werden „Linke“ von seinesgleichen hofiert und in Schutz genommen, wenn diese Gewalt gegen friedliche Abendspaziergänge anwenden. brennendes autoDiese Gewalt wird dann anschließend den Spaziergängern zugeschoben und medial aufgebauscht, auch wenn sich diese als falsch entpuppt (siehe hier und hier) und nun sollen sich dieselben „Linken“ von der Gewalt distanzieren? Altenbockum versucht jetzt eine Parallele zwischen friedlichen Spaziergängern und „Linken“ zu schaffen – den gleichen Versuch gab es doch auch schon zwischen islamitischen Terroristen und „Pegida“ – die bereits im Ansatz krankt, weil die „Linke“ Teil des Systems ist und von diesem streckenweise besser behandelt wird, als alles was als „rechts“ gilt. Altenbockum ärgert lediglich die Art der Ausschreitung, wenn die „Linke“ nicht gegen die angeordneten Feinde zu Felde zieht, sondern sich auch auf alte Themen besinnt, wenn auch ziemlich primitiv und verkürzt.

Schlussendlich bleiben die Fragen von Ramin Peymani beim „ef-Magazin“: „Werden Politiker diese Aktionen eine „Schande für Deutschland“ nennen?“ Und: „Wird Frau Merkel davon sprechen, dass die Demonstranten „Hass im Herzen haben“?“

Sie sind leicht zu beantworten. Es wird keine Lichterketten für die Dönerbude geben, keiner wird vom „Hass im Herzen“ sprechen, kein Heiko „Schande“ Maas wird seine Stimme erklingen lassen, auch wenn es mal besser wäre er würde schweigen, weil all diese Zuschreibungen und Reaktionen nur der original „Rechten“ vorbehalten sind und daran trägt die Presse ihren schuldigen Anteil.

blockupy transparent

Sämtliche Bilder sind von Twitter #m18, #M18, #Frankfurt, #Blockupy, #blockupy

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