Egal ob antideutsche oder antinationale „Antifa“

Vor einigen Wochen, parallel zur Buchmesse, fand in Leipzig eine Veranstaltung mit der Publizistin Susann Witt-Stahl statt. Bei dieser ging es um die „Analyse des Antifaschismus in Deutschland“. Diese Diskussion wurde nach Angaben der Veranstalter durch Antideutsche massiv gestört, es soll sogar zu Angriffen gekommen sein. Die andere Seite ist nicht weniger antideutsch bzw. antinational und beschreibt sich mit folgenden Zeilen, die für die andere Seite sprechen sollen, gleich mit: Es gibt eine „neoliberale Durchdringung dieser deutschen systemaffirmativen „Antifa“: Diese heutige, pervertierte „Antifa“ ist ein Produkt der Vordenker des Neoliberalismus wie Hayek und Lippmann. Laut deren geistigen Verrenkungen sei der Faschismus nicht mehr die hässliche, ausbeuterischste Fratze des Kapitalismus, sondern eine Spielart des Sozialismus: Nicht mehr Banken und Großkonzerne haben den Faschismus unterstützt und von ihm profitiert, sondern vielmehr sei der Faschismus die „Subalterne an der Macht“, quasi die Barbarei des Kollektivismus. Nach dieser Logik gelte es, Kommunismus und Faschismus als gleichgesetzte Form des Kollektivismus und nicht mehr den Kapitalismus zu bekämpfen. Diese neoliberale Deutung des Faschismus ist auch heute in der „Antifa“-Szene sehr weit verbreitet, was sich an Slogans wie „Nazi-Stau im Plattenbau“, „Abitur! Abitur!“ oder „Wir haben Arbeit und ihr nicht“ manifestiert. Nicht mehr thematisiert wird die ökonomische Bedeutung des Faschismus für die herrschende Klasse und die damit vorangehende Entrechtung und Ausbeutung der arbeitenden Klassen. Folgerichtig denunzieren die systemaffirmativen „Antifas“ jegliche kollektive Organisierung als potentiell faschistische Volksgemeinschaft. „Mit dieser Antifa ist keine Revolution zu machen.“ sagte Witt-Stahl. Die Vertreter der deutschen systemaffirmativen „Antifa“ kämpfen folgerichtig nicht mehr gegen die Auswüchse des Kapitalismus, die geeignet sind, eine neue Form des Faschismus hervorzubringen, sondern gegen jede Form kollektiver, antikapitalistischer Organisierung. Außerdem verkennen sie nicht nur die Wandlungsfähigkeit rassistischer Mobilmachung, sie treiben sie sogar voran, indem sie dem „Umma-Sozialismus“ oder wahlweise dem „Islamofaschismus“ zum Schutz der emanzipierten und freien westlichen Zivilisation den Krieg erklären. Sie applaudieren dem Bombardement Kabuls, Bagdads und Gazas und halten es auch nicht für nötig, gegen den NATO-Vormarsch in die Ukraine zu protestieren. Und so kam es dazu, dass der entscheidende Unterschied zwischen den Vertretern dieser „Antifa“ und der deutschen Bundesregierung ihre Uniform ist.“

Diese Worte beschreiben die Ausrichtung der „Antifa“ recht gut, egal ob nun antideutsch oder antinational. In Leipzig rotten sich diese Subjekte des Kapitals schließlich immer zusammen, wenn es heißt „Legida“ geht spazieren, weil sie das Kollektiv von besorgten Bürgern nicht ertragen können, ihnen Rassismus unterstellen und auch vor angreifen nicht zurückschrecken. Sie Phantasieren sich eine Gefahr durch den Faschismus herbei, der so wahrscheinlich ist wie eine Revolution in Deutschland. Die Antinationalen werfen den Antideutschen vor, „deutschen Täterenkel“ zu sein, weil sich die Antinationalen aufgrund ihrer Identitätsstörung nicht als Deutsche sehen oder meinen ihre Väter waren im antifaschistischen Widerstand und zudem würden sie nicht eine Sekunde zögern, anderen Deutschen die Täterschaft unter die Nase zu reiben. Die „Antifa“ wird vom System chauffiert, durch finanzielle, logistische sowie ideologische Mittel. Es ist die „Antifa“ die die Opfer von Dresden verhöhnt und Menschenrechte nur für ihres gleichen fordert und dabei nicht vor der Instrumentalisierung von ausländischen Opfern zurückschreckt.

Die antinationale „Linke“ reflektiert in weiten Teilen nicht über ihre Systemkonformität und deren Proteste treffen auch die einfachen Menschen, egal ob Deutsche oder Ausländer. Andere aus diesem Spektrum, wie Florian Osuch, meinen sogar in den antifaschistischen Kurznachrichten (Nr.5/2015): „Die antideutschen Irrwege der Bewegung können als weitgehend abgehakt bezeichnet werden. Viele Gruppierungen und Zirkel dieser Strömung haben sich aufgelöst und Zeitschriften wie Bahamas oder Jungle World ihre stiftende Wirkung längst verloren.“ Diese Subjekte nehmen die Antideutschen, die gewiss nicht weniger werden, nicht mehr war, weil sie die gleichen Ziele vertreten.

Für die „Antifa“ kann einfach nicht soviel Verständnis aufgebracht werden. Einige „Linke“ werden schon irgendwann ihren Irrweg erkennen oder weiterhin im Fahrwasser des Systems schwimmen.

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