Geschenkte Einblicke in „The Great European Disaster Movie“

Den Blick in die Dokumentation „The Great European Disaster Movie“ hätte man sich auch schenken können. Diese leitete bereits mit den dumpfen Worten: „Ein Alptraum der Wachrüttelt, überall regiert der Nationalismus” ein. (Alles ist sinngemäß wiedergegeben, nicht wortwörtlich.) Die Gefahr für die EU geht laut der Dokumentation von „links“ und „rechts“ aus, weil beide sich eines Populismus bedienen würden. Wenn dieser schlussendlich regiert und die EU nicht mehr bestehen würde, würde auch der Krieg wieder nach Europa zurückkehren. Um dies zu unterstreichen wurde folgende Phrase formuliert: „Nie wieder Krieg und Populismus“. Der Krieg gegen Serbien wurde einfach ausgeblendet.

Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Punkte angeführt, welche die EU bedrohen und das die Vorteile der EU darin liegen würde diese Gefahren zu unterbinden. Am Anfang wurde von unsolidarischem Nationalismus gefaselt, gleichzeitig wurden aber Bilder von der KKE und der Jobbik aus Ungarn gezeigt. Die beiden Bewegungen arbeiten sicherlich nicht zusammen, auch wenn ihre Ziele ähnlich, keineswegs identisch, sind, aber unsolidarisch muss Nationalismus keineswegs sein. Nationalismus kann auch als eine Form von Respekt gegenüber anderen Nationen, Kulturen und Völker aufgefasst werden. Weiterhin ist eine Abgrenzung keineswegs verkehrt, sondern auch wichtig zur Schaffung der eigenen Identität. Dies zeigt auch das Beispiel des katalanischen Nationalismus im Film. Dieser ist zwar kritisch gegenüber der spanischen Regierung, zur Wahrung seiner Identität, aber pro europäisch, man unterwirft sich in Katalonien lieber eines noch weiter entfernten Zentralismus aus Brüssel als dem aus Madrid. Dieser Versuch der Katelanen ihre Identität zu bewahren, hat zwar auch finanzielle Gründe und darauf könnte das „Unsolidarisch“ abgezielt haben, aber wo ist die EU solidarischer? Ein freier zügelloser Warentransfer, worunter auch Menschen fallen, kann wohl kaum etwas erstrebenswertes solidarisches sein, oder etwa doch? Der katalonische Nationalismus ist eher genauso beschränkt wie der Keltische, indem er zwar versucht seine Identität zu bewahren, sich jedoch der jetzigen EU anbiedert, anstatt für ein anderes Europa zu kämpfen. Diese EU will kein „Vielvölkerstaat“ sein, sondern eher überall den totalen Einheitsbrei. Zudem würde es auch ohne die EU zwischen staatliche Beziehungen in Form von Verträge (diplomatisch, militärisch, wirtschaftlich) geben und andere Formen des Austausches (wissenschaftlich, touristisch). Wer meint dies würde mit der EU wegfallen, versucht einem nur die Zerstörung von kulturellen Unterschieden als Alternative zu verkaufen.

Zudem gilt aber auch, dass man nicht wegen jeder nationalen Bewegung an die Decke springen muss, gerade wenn diese sich als pro westlich/kapitalistisch entpuppen sollten. Die Dokumentation bewies dies mit dem ukrainischen Nationalismus (ohne dies Nationalismus zu nennen), welcher positiv dargestellt und als Bereicherung für die EU begriffen wurde, weil man dort nach „Freiheit“ strebe. Zumal gerade Russland eine Gefahr für diese „Freiheit“ darstellen würde, nicht nur weil es den Krieg bringen würde, nein auch weil es unteranderem nicht das Ding „Conchita Wurst als „HeldInnen“ akzeptieren wollte und deswegen ist es wichtig die Ukraine in die EU einzubinden, notfalls auch ohne Krim und Donbass, so der Tenor der Sendung. Es gibt eben nicht den Nationalismus als solchen, sondern dieser ist genauso vielsichtig wie es die Völker noch sind und dies ist das schöne. Und während einige sich mit Respekt begegnen, die fremde Kultur achten und die Vielfalt durch solidarisch Zusammenschlüsse bewahren wollen, werfen andere dies für billigen Konsum (in der Sendung mit „Freiheit“ umschleiert) über Bord.

Natürlich durfte auch das Thema der Einwanderung nicht fehlen und wie wichtig diese für die Wirtschaft seien und wie diese gegen die Überalterung hilft, blöd nur das die Überalterung trotzdem voranschreitet und die Wirtschaft nicht ständig wachsen müsste und es deswegen auch nicht Millionen von Ausländer bedürfte. Neben dem üblichen moralischen Gesäusel wurde ausgerechnet Schweden als Beispiel angeführt für ein „bereichertes kulturelles“ Zusammenleben von indigener und ausländischer Bevölkerung. Eine Schwedin aus der herrschenden Klasse, welche verheiratet war mit einem Spanier, erzählte wie gut Schweden die Ausländer täten, kein Wort über die hohe Vergewaltigungsrate in Schweden, welche von Ausländern begangen werden. Wir haben es eben mit Wahnsinnigen zutun. Generalle wurde die Gewalt durch jene Bereicherung von Ausländern und die Kosten die jene Verursachen, fernab den nutzen als Lohnsklaven sowie -drücker für die Wirtschaft, was einem die Sendung als positiv verkaufen wollte, unterschlagen, eher wurden einem vorgerechnet wie viele Menschen im Mittelmeer ertranken, wobei es hier wahrlich menschlicher wäre den Erfolg der australischen Kampagne „No Way“ zu folgen und alle konsequent zurückzuschicken.

Einziger Lichtblick der Sendung, die man sich aber im Großen und Ganzen schenken kann, weil es immer wieder dasselbe ist, waren zwei Abschnitte. Zum einem die verhaltene Kritik gegenüber den Banken, welche unseriös handeln würden und überwacht werden sollten, dass „wie“ aber ausgespart wurde und zum zweitem der Zwiespalt der deutschen Stellung innerhalb der EU. Die Deutschen sollen die EU führen ohne zu führen. Angeblich wollen die Deutschen die EU nicht führen, aus Gründer der Vergangenheit, aber die Deutschen sind eine (wenn nicht sogar die) dominante Kraft innerhalb der EU, die diese bewahren will, gerade weil sie wirtschaftlich davon am meisten profitieren und gleichzeitig ist die Vergangenheit ein Problem für die Deutschen, weshalb sie sich viel von außerhalb (USA, Kompetenzabgabe an Brüssel) diktieren lassen. Dieser Zweispalt ist ein tiefgreifendes Problem und wird auch meist von der „Rechten“ und „Linken“ kaum begriffen. Während die Ersten glauben die EU gibt alles vor und entmündigt Deutschland, sehen die Anderen nur eine deutsche Gefahr, welche ein „Viertes Reich“ errichten will. Ein Holzschnittartiges Denken führt nicht immer zum Erfolg, aber scheinbar zu Geldern für solche Dokumentation.

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