Wir sind die letzte Generation und Flügel-Kritik

„Daß „nach uns“ die demographischen Verhältnisse in Europa endgültig und unumkehrbar kippen werden, ist jedem, der diese Zeilen liest, mit Sicherheit bekannt. Die Frage ist, ob es ihm auch vollumfänglich bewußt ist, ob es, wie es müßte, täglich sein Denken und Tun beeinflußt.

„Letzte Generation“ – das sagt sich leicht, ist aber ein schwerer Gedanke. Was bedeutet er? Mit Generation ist nicht nur eine bestimmte Altersgruppe gemeint. Wir alle, die diese deutsche und europäische Gegenwart teilen, in die uns ein Schicksal geworfen hat, sind damit gemeint.

Es ist ein einmaliges historisches Fenster, in das unser Leben hineinragt. Wir haben es uns nicht ausgesucht: es hat uns ausgesucht. Vielleicht sind wir nicht bereit, sind in tausenden eigenen Problemen verfangen und verzettelt. Vielleicht beginnen wir gerade eine Ausbildung, ziehen wir uns gerade in den wohlverdienten Ruhestand zurück, vielleicht sind wir gerade Vater geworden…

Dem Schicksal, dem „Großen Austausch“ ist unsere private Biographie völlig egal. Wir alle, als Jugendliche, als Familienväter, als Senioren, als Frauen und Männer, als Wohlhabende oder Verschuldete, als Gesunde oder Kranke, wir sind mit unseren Hoffnungen und Begabungen, Schwächen und Ängsten unter ein Vorzeichen gestellt. Wir können, das ist das „Neue“ an unserer Generation, auch nicht mehr vor diesem Großen Austausch fliehen oder „wegziehen“. Wir müssen uns ihm stellen, oder er stellt uns.

Nur wenn sich alle „Insassen“ dieses historischen Blocks [nach Gramsci würde das heißen, dass die Herrschenden nicht mehr so können wie sie wollen, aber ihre Hegemonie auch nicht einfach so aufgeben werden], dieser Gemeinsamkeit bewusst werden, sich um sie sammeln und eine Front bilden, kann es jemals eine Wende, eine „große Tat“ geben. Hand muß in Hand greifen, die Jungen, die noch nichts zu verlieren haben, müssen in die erste Reihe drängen.

Die Alten, die etwas zu verlieren haben, müssen ihnen mit Logistik, Immobilien, Geld, Autos und Anwälten den Rücken decken. Die, die Schreiben können, müssen ihr Schreiben, die die Reden können, ihre Sprache zur Verfügung stellen. Sie müssen ihre Unterstützung oft regelrecht „aufdrängen“, die Plattformen der Verteilung, Vernetzung und Tat erst schaffen, bevor sie sich einbringen können. Man „darf“ spenden, mitmachen und unterstützen. Es ist keine Dienstleistung, die einem geschuldet wird.

Alles was in diesem Land noch an „kulturellem Bestand“ da ist, wird mit dieser unseren Generation bestehen oder untergehen. Die jungen Europäer, die heute unter 10-14 Jahren, also in einem „unpolitischen Alter“ sind, werden aller Voraussicht nach keinen echten politischen Kampf um Europa mehr führen. Wenn sie alt genug sind, wird unsere Generation die Weichen für eine Trendwende gestellt oder untätig das Unumkehrbare zugelassen haben. Jeder unpolitische Rückzug ins Familienleben ist heute ein Verrat an den eigenen Kindern.

Wir reiten auf dem letzten Wellenbogen, im letzten Lebenshauch unserer ethnokulturellen Tradition. Wenn wir nicht etwas lostreten und ein Feuer entfachen, ist Sense. Wer soll in 20 Jahren die SiN lesen? Wer soll auf Korporationshäusern Kneipen schlagen, soll bündisch durchs Land fahren, wer eine „rechte, bürgerliche Partei“ wählen? Wenn unsere Generation nichts tut, verschwinden wir in einer ewigen Nacht. Alles was deutsch und europäisch war und ist, endet in und mit der Bundesrepublik und der EU.

Die angesprochenen politischen und kulturellen Flügel des rechten Lagers haben ihre Daseinsberechtigung nur als Kraftpotentiale, als Bündelungen und Reservoirs für eine Bewegung und die politische Tat. Jedes Engagement in ihnen ist nur in der Hinblick auf einen echten, tätigen Kampf ums Ganze zu rechtfertigen. Dass diese Bereiche und Organisationen, wenn man sie in die Bresche wirft, in Bewegung versetzt, mit und über sie aktiv wird, leiden werden, dass sie dabei zerbrechen können, ist klar. Die Axt kann Schaden nehmen, wenn man einen Baum fällt. Aber ist die Alternative, sie im Schuppen zu lassen? Soll das Schiff im Hafen warten bis es verfault?

[…] Es muß gehandelt werden und wir sind wahrscheinlich die letzte Generation, die noch effektiv handeln kann. Diese beiden Tatsachen müssen – voll bewusst gemacht – ausreichen um jeden, der auch nur eine Schwundform von Rückgrat hat, auf die Straße zu treiben.“

von Martin Sellner, Quelle

Später schreibt Sellner aber noch einen Sachverhalt auf, der so nicht stehen gelassen werden kann: „Der metapolitische Think-Tank muss die ausgelatschten Sackgassen und politischen Fetische zerschlagen, die drei großen Flügel (christlich-konservativ, deutschnational, islamkritisch-libertär) unseres Lagers einen und in den Kampf um Begriffe und Debatten eintreten.“

Zwar sollen sich die drei großen Flügel vereinigen, was auch sinnvoll wäre, aber irgendwie fehlt auf den ersten Blick der sozialistische und antikapitalistische Flügel. Ist dieser etwa nicht erwünscht, weil zu „links“? Wenn man sich aber die Forderungen und Ziele der Identitären anschaut, wirkt dies sehr unwahrscheinlich. Dennoch gerade der „islamkritische-libertäre“ Flügel, ist kein erstrebenswerter Flügel, zwar mag seine Islam-Polemik manchmal hilfreich sein, aber oft zeigt sich nur, dass diese Menschen keine Ahnung vom Islam haben. Den Islam gibt es an sich nicht, sondern es sind unterschiedliche Rechtsschulen die ihre Religion jeweils anders auslegen. Michael Stürzenberger von „PI-News“ mag vielleicht darum Wissen, dass tapfere schiitische Milizen (namentlich die Hisbollah, siehe hier und hier) gegen das syrische Rebellenpack kämpft, aber dass es auch schiitische Milizen sind die gegen den „Islamische Staat“ im Irak kämpfen, wird dann schon unterschlagen. Und falls diese Kenntnis doch besteht, so wird dies als innerislamischer Kämpfe abgetan und geht damit teilweise an der Sache vorbei. Das die USA durch ihre Nahost Politik den IS förderten und auch die Politik der EU, Israel und Saudi-Arabien an der Entwicklung und dem erstarken des IS in der Region nicht ganz unschuldig sind, wird bei diesen Leuten oft ausgeblendet.

Zudem und das ist der zentrale Punkt, sind die Anhänger jenes Flügels nicht gegen die Einwanderung an sich, sondern wollen nur die von Muslimen begrenzen, alle andere sollen gerne kommen, um als Billigarbeitskräfte missbraucht werden oder als „Brain Drain“ . Weiterhin wollen diese Menschen die freie Marktwirtschaft, wo Völker ihrer Heimat entwurzelt werden und schließlich überall eingesetzte werden können. Diesen Leuten von „PI-News“ oder „ef“ sind Grenzen und Staaten oft ein Dorn im Auge und der Kapitalismus soll Sicherung des Wohlstand und Wachstums als Notwendigkeit beibehalten werden, dass damit Billiglöhner, Identitätsverlaust, die Zerstörung von Kulturen und die zügellose Herrschaft der Konzerne, welcher einem genauso die Freiheit rauben kann wie ein Staat (selbstverständlich muss für einen anderen Staat gekämpft werden), einhergeht, stört diese Leute nicht. Das Eigene interessierte sie nur bedingt, sie sind Teil des herrschenden Problems, was man vor allem daran merkt, wenn Stürzenberger in bester Antifa-Manier andere als „Nazis“ diffamiert. So einen Flügel braucht es nicht, dann doch eher einen Nationalrevolutionären, welcher sich aber nicht in kindliche Revolutions-Phantasien stürzen sollte.

 

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