Die wirk­lichen Gründe für das Abkom­men mit dem Iran

„Für das Atom­abkom­men mit dem Iran wird Obama als Mann des Friedens gelobt. Einige fra­gen, ob Obama den näch­sten Schritt machen und die Beziehun­gen zwis­chen den Vere­inigten Staaten von Amerika und Rus­s­land repari­eren und die ver­trackte Sit­u­a­tion in der Ukraine zu einem Ende brin­gen wird?

Wenn ja, dann hat er´s weder der Staatssekretärin im Außen­min­is­terium Vic­to­ria Nuland noch seinem Kan­di­daten für den Posten des stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den des Vere­inigten Gen­er­al­stabs Luft­waf­fen­general Paul Selva oder seinem Kan­di­daten für den Vor­sitz des Vere­inigten Gen­er­al­stabs Mari­ne­gen­eral Joseph Dun­ford oder seiner Luft­waf­fen­min­is­terin Deb­o­rah Lee James gesagt.

Neulich gab Vic­to­ria Nuland im ukrainis­chen TV von sich, dass „wir bereit sind, auf Rus­s­land mehr Druck auszuüben,“ wenn Rus­s­land nicht „seinen Verpflich­tun­gen nachkommt,“ worunter sie ver­steht, die ganze Ukraine ein­schließlich der Krim, einer his­torischen rus­sis­chen Prov­inz, an Wash­ing­ton übergibt. In den let­zten zwei Wochen sagten beide Kan­di­daten Oba­mas für mil­itärische Spitzen­po­si­tio­nen vor dem Senat, dass Rus­s­land die größte Gefahr für die Vere­inigten Staaten von Amerika darstellt, sogar eine „exis­ten­zielle Bedro­hung.“ Angesichts dieses Pegels der Kriegsrhetorik hat Obama ein­deutig kein Inter­esse an der Reduzierung der Span­nun­gen, die Wash­ing­ton gegenüber Rus­s­land geschaf­fen hat.

In meiner let­zten Kolumne schrieb ich, dass das Abkom­men mit dem Iran nicht viel bedeutet, weil Wash­ing­ton die Sank­tio­nen jed­erzeit wieder in Kraft set­zen kann, indem es falsche Anschuldigun­gen gegen den Iran erhebt. Obama weiß das, wenn auch Lind­sey Gra­ham und John McCain so tun, als wür­den sie das nicht wissen.

Die Vere­inigten Staaten von Amerika und ihre Mit­macher sind weit­er­hin dabei, Men­schen in einem großen Gebiet der Erde umzubrin­gen. Obama ist ganz ein­deutig kein Mann des Friedens, auch seine europäis­chen Helfer­shelfer und die Vere­in­ten Natio­nen nicht. Was ist also der Grund für die Annäherung an den Iran, nach vie­len Jahren fanatis­cher Dämon­isierung eines Lan­des aus keinem anderen Grund als dem, dass dieses Land auf seinen Rechten auf Nutzung der Kernen­ergie behar­rte, die durch den Atom­sper­rver­trag garantiert sind?

Wenn man sich aus der Gehirn­wäsche der Medi­en­huren befreien kann, dann sprin­gen einem drei gewichtige Gründe ins Auge. Einer ist, dass das Bedro­hungsszenario der Neokon­ser­v­a­tiven von den „mus­lim­is­chen Ter­ror­is­ten“ auf Rus­s­land und China geschwenkt ist. Anders als mus­lim­is­che Ter­ror­is­ten bilden beide, Rus­s­land wie China, Ein­schränkun­gen für Wash­ing­tons Poli­tik des Allein­gangs. Seit dem Zusam­men­bruch der Sow­je­tu­nion hat sich Wash­ing­ton daran gewöhnt, die Über­drüber­ma­cht zu sein, die ihren Willen uneingeschränkt auf der ganzen Welt durch­set­zen kann. Das Anwach­sen der rus­sis­chen Stärke unter Putin und der chi­ne­sis­chen Stärke unter der neuen Poli­tik hat das Priv­i­leg Wash­ing­tons als einzige bes­tim­mende Macht zer­stört. Wash­ing­ton will dieses Priv­i­leg zurückhaben.

Wash­ing­ton befindet sich in keinem guten Zus­tand, weder wirtschaftlich noch mil­itärisch. Laut Wirtschaft­sno­bel­preisträger Joseph Stieglitz und Bud­get­ex­per­tin Linda Bilmes von der Har­vard Uni­ver­sity hat Wash­ing­ton in seinen 14 Jahre alten Kriegen im Mit­tleren Osten min­destens $6 Bil­lio­nen ver­schwen­det. Ungeachtet der außeror­dentlichen Kosten wurde Wash­ing­ton besiegt und ist jetzt mit dem Islamis­chen Staat kon­fron­tiert, einer neuen Ein­heit, die aus Wash­ing­tons Ver­sagen her­aus entsteht und welche ein neues Land aus Teilen des Irak und Teilen Syriens schafft.

Trotz seiner gigan­tis­chen Über­he­blichkeit hat Wash­ing­ton her­aus­ge­fun­den, dass die Vere­inigten Staaten von Amerika es nicht gle­ichzeitig mit Rus­s­land, China, dem Iran und dem Islamis­chen Staat aufnehmen kön­nen. Diese Erken­nt­nis ist ein Grund für das Atom­abkom­men mit dem Iran, indem es den Iran aus diesem Gemisch herausnimmt.

Ein zweiter Grund für das Abkom­men ist, dass der Iran gegen den Islamis­chen Staat ist und als amerikanis­cher Stel­lvertreter gegen den Islamis­chen Staat einge­setzt wer­den kann, was Wash­ing­ton für den Kon­flikt mit Rus­s­land und China freispielt.

Ein drit­ter Grund für Wash­ing­tons Abkom­men mit dem Iran sind Wash­ing­tons Bedenken betr­e­f­fend Europas Energieab­hängigkeit von Rus­s­land. Diese Abhängigkeit ist unvere­in­bar mit dem Mit­machen der Europäis­chen Union bei Wash­ing­tons Sank­tio­nen gegen Rus­s­land und mit den mil­itärischen Zügen der NATO gegen Rus­s­land. Wash­ing­ton will mit dieser Abhängigkeit Schluss machen und hegt Hoff­nun­gen, dass Geld den Iran dazu brin­gen kann, ein Liefer­ant von Erdgas und Erdöl nach Europa zu werden.

Meine Erk­lärung ist real­is­tisch, nicht zynisch. Alles was das Abkom­men mit dem Iran zeigt, ist dass Wash­ing­ton ver­spätet erkannt hat, dass die zusam­menge­brauten iranis­chen und mus­lim­is­chen Bedro­hun­gen nur Zeit, Energie und Ressourcen ver­schlin­gen, die Wash­ing­ton für Rus­s­land und China braucht. Darüber­hin­aus gab es zu viele Bedro­hun­gen für die Men­schen in Amerika, als dass diese wis­sen hät­ten kön­nen, welche die vor­rangige ist.

Einer der Gründe, warum Griechen­land zer­schla­gen wer­den muss, ist um den Ein­tritt von rus­sis­chem Erdgas aus der rus­sis­chen Pipeline in die Türkei nach Europa zu blockieren.

Wash­ing­ton hat Sol­daten der Vere­inigten Staaten von Amerika in der Ukraine, um das ukrainis­che Mil­itär auszu­bilden, wie es die abge­tren­nten Prov­inzen über­wälti­gen soll, und das ukrainis­che Hand­langer­regime hat nichts unter­nom­men, um das Minsker Abkom­men einzuhal­ten. Ein­deutig ist Wash­ing­ton darauf aus, dass Frieden in den Beziehun­gen der Ukraine mit Rus­s­land keinen Platz findet.

Irgend­wann wird Rus­s­land die Nieder­lage akzep­tieren oder jeden­falls damit aufhören müssen, an seiner eige­nen Nieder­lage mitzuwirken. Mehr als ein­mal, nach­dem die abges­pal­te­nen Prov­inzen das ukrainis­che Mil­itär total besiegt hat­ten, inter­ve­nierte die rus­sis­che Regierung und ver­hin­derte den Zusam­men­bruch des ukrainis­chen Mil­itärs. Für seine Rück­sicht wurde Rus­s­land mit mehr Dämon­isierung und mit Hil­f­s­liefer­un­gen der Vere­inigten Staaten von Amerika an das ukrainis­che Mil­itär belohnt. Wenn die Kampfhand­lun­gen wieder weit­erge­hen, und das wer­den sie, dann wer­den Rus­s­land und die abges­pal­te­nen rus­sis­chen Prov­inzen sich in einer schlechteren Lage befinden.

Die rus­sis­che Regierung kann nicht Frieden machen, während Wash­ing­ton Krieg macht.“

von Paul Craig Roberts, für einen anderen Beitrag von ihm, siehe hier

Siehe hinsichtlich der Mobilmachung gegen Russland auch die interessante Information:

„Die NATO-Militärtransporte durch Deutschland Richtung Baltikum und Ukraine mehren sich, genauso wie der Unmut der Lokführer und Angestellten der Deutschen Bahn (DB) gegen diese offensichtliche Truppenverschiebung und Aufrüstung gegen Russland. Vor allem in Kiel – dem Transportdrehkreuz für Transporte in das Baltikum – und im Süden Deutschlands machen Mitarbeiter der DB immer häufiger ihrem Ärger Luft.

Ein langjähriger Lokführer aus Bayern berichtet in einer eMail: „Hatte ich in meiner jahrzehntelangen Laufbahn als Lokführer zusammen genommen vielleicht fünf Militärzüge befördert, so waren es seit Beginn der Ukrainekrise schon über 15 solcher NATO-Transporte mit diversem Kriegsgerät.“ Diese Transporte beginnen oder enden in den Militärstandorten Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels. Während US-Militärtransporte zumeist nach Grafenwöhr und Vilseck gehen, konzentrieren sich Militärzüge anderer NATO-Staaten auf Hohenfels.

Und weiter wird berichtet: „Die DB hat, wie allgemein bekannt, einen massiven Personalmangel, der immer wieder zu zahlreichen Verspätungen führt, nicht jedoch im Falle der Militärzüge. Diesen räumt die DB beinahe absolute Priorität ein. Notfalls wird von anderen Zügen Personal abgezogen, damit die NATO-Transporte unter allen Umständen pünktlich ans Ziel kommen.“

Die Aufrüstung gegen Russland für einen neuen Kalten Krieg scheint offenbar außerhalb der Bundesregierung und des Verteidigungsministeriums nicht überall auf Gegenliebe zu stoßen.“ Quelle

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