Hiroshima und Nagasaki

Die Mehrheit gedenkt der Opfer der Atombombenabwürfe über Hiroshima (6.Aug.) und Nagasaki (9. Aug.). Die „Hibakusha“, so heißen die Überlebenden der Abwürfe, schildern die Ereignisse und erinnern an die Opfer, selbstverständlich nur die Japanischen, die umgekommenen Zwangsarbeiter werden in die zweite Reihe gedrängt, was aber nicht verwundert, galten die „Hibakusha“ doch selber lange Zeit als stigmatisierte.

Die Mehrheit der Amerikaner (56%) hält die Abwürfe aber nach wie vor für gerechtfertigt, weil Japan angeblich nicht anders kapituliert hätte. Japan „kann nun einen Regen der Zerstörung aus der Luft erwarten, wie es ihn in der Menschheitsgeschichte noch nie gab“, so Harry S. Truman. Japan sollte den Krieg zurückbekommen den es im Pazifik begonnen hatte, so die Auffassung. Die USA waren aber an der Eskalation durch ihre Wirtschaftspolitik nicht unschuldig und provozierten Japan, um den Widerstand gegenüber dem Krieg in der amerikanischen Bevölkerung zu brechen. Japan hatte sich aber bereits vor den Abwürfen, durch den Kriegseintritt der Sowjetunion (8.Aug), die vorher noch als Friedensvermittler dienen sollten, zur Kapitulation entschieden. Damit wird heute vielfach die logische Meinung vertreten, dass  die USA die zweite Atombombe zur Abschreckung gegenüber der Sowjetunion verwendeten.

Die USA begangen ein Verbrechen, so wie ihre Waffenbrüder in Dresden, doch während in Dresden die Opfer des Kriegs von „linker“ Seite alljährlich abgefeiert werden, wird gegenüber fremden Opfern wieder ein gedenken und eine Kritik an Krieg und Kapitalismus angestimmt. Heuchler wie eh und je.

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