Rezension zu Kaplaken – Metapolitik

metapolitik waldsteinAnlässlich des 11. Staatspolitischen Kongress in Schnellroda, am 13. Juni 2015, lud das Institut für Staatspolitik Thor v. Waldstein ein, welcher dort unter dem Titel: „Wie der Fisch im Wasser? – Über Chancen und Grenzen metapolitischer Arbeit“ einen Vortrag hielt. Dieser wusste schon in seiner Audiodokumentation zu begeistern und liegt nun gedruckt in erweiterter Verfassung als Kaplaken Band (Nr. 46) vor. Vor allem der ergänzte Anmerkungsteil (S. 56-68), der durch weitere Spitzfindigkeiten zu überzeugen weiß, macht es möglich alle getätigten Äußerungen nachzuvollziehen die im Text/Vortrag getätigt wurden.

Der nun vorliegende Band mit dem Titel: „Metapolitik: Theorie – Lage – Aktion“, ist unterteilt in sechs Kapitel. Im Einleitungskapitel (Kapitel I) beginnt Waldstein mit „einer persönlichen Reminiszenz“ aus dem Jahre 1972 (S. 6-11). In diesem Jahr fand die „Brandt-Wahl“ statt und als Waldstein später diese Wahl rückblickend betrachtete, wurde deutlich das diese „Jahre zuvor auf der metapolitischen Ebene eingefädelt worden war.“ Diese Erkenntnis erlangte er durch die Theoriearbeit der französischen Rechten um die Nouvelle Droite. Diese hatte damals auch als Antwort auf die 68er zur „Kulturrevolution von rechts“ aufgerufen. Und dieses Anliegen ist heute immer noch „zur Erinnerung politischer Erfolge unabdingbar“.

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit, wird sich in Kapitel II der „Theoretischen Herleitung“ des Begriffs Metapolitik gewidmet (S. 12-15). Zur Erklärung des Begriffs werden Max Weber und natürlich Antonio Gramsci herangezogen, der zwar nicht den Begriff Metapolitik definierte, aber dafür die „kulturelle Hegemonie“, welche das Verständnis, was unter Metapolitik zu verstehen ist, bestens umschreibt (siehe hierzu auch Gramsci lesen, Einstieg in die Gefängnishefte). Ohnehin sollte sich eine Neue Rechte mit den Theorien Gramscis auseinandersetzen und diesen Theoretiker für sich noch mehr beanspruchen, weil die Linke unfähig ist dessen Theorien zu verstehen und ihm einen Europakommunismus andichten will.

In Kapitel III „Metapolitische Bestandsaufnahme am Beispiel der Bundesrepublik“ werden verschiedene Politprogramme aufgezeigt (S. 16-21), die nicht nur „von oben“, sondern auch „von unten“ kommen und alle darauf abzielten und immer noch abzielen bei den Deutschen eine „Charakterwäsche“ durchzuführen, damit sie ihre eigenen Werte wie Nation, Volk, Familie usw. diffamieren sowie gleich gänzlich abschaffen.

Es wird deutlich, das trotz gewisser Erfolge die herrschenden der BRD fest im Sattel sitzen, weil das Erfolgsrezept PEGIDA nicht über Dresden hinaus geht und eben jene „Nordatlantikversteher im Volk […] nicht die Antipathien auslösen“ die angebracht wären. Von einem baldigen Zusammenbruch kann nicht geredet werden.

In Kapitel IV „Die parteipolitische Sackgasse“ wird deutlich das keine rechte Partei nennenswerte Erfolge erzielen konnte (S. 22-34). Die Republikaner sind nichts weiter als ein „Totenschiff auf dem Meer der Bedeutungslosigkeit“ und die NPD ein „Politzombie“, den man dann und wann reanimiert um bestimmte Teile des Volkes auf Linie zu halten. Die jüngsten AfD-Entwicklungen werden dabei noch nicht berücksichtigt, weil gerade durch das Rausschmeißen der neoliberalen Heuchler und dem Verkünden der 5 Grundsätzen für Deutschland, wird ein richtiger Weg eingeschlagen, aber eine Skepsis bleibt berechtigterweise bestehen. Diese Skepsis rührt daher, dass das parteipolitische Kartell ausnahmslos jeden Bereich okkupiert hat und keine Konkurrenz neben sich duldet, die einen alternativen Weg einschlagen will. Für die heutigen herrschenden Politiker sind nur noch die bösen Worten von Stefan Andres angebracht: „Politiker mit Spatzenhirnen und Hyänenherzen“. Dennoch können im Einzelfall Wahlantritte sinnvoll sein.

Im anschließenden V Kapitel „Chancen und Grenzen erfolgreicher metpolitischer Arbeit“ wird deutlich das Metapolitik kein Rückzug vor politischen Auseinandersetzungen bedeutet (S. 35-52), sondern die Provokation sucht (lobend sind hier die Aktionen der Identitären Bewegung zu erwähnen) und auch nicht nach einem Luftschloss zu streben, wie es linke Theorie zu pflegen tun. Verstand und Tatendrang müssen eine Synthese eingehen, um seine Akzente wie Nadelstiche ins Fleisch des BRD-Systems zu setzen. Diese Akzente drehen sich nicht um Belanglosigkeiten, sondern darum, ob die Völker Europas verhindern können, dass sie zur Minderheit auf ihrem eigenen Kontinent werden. Und auch wenn die Lage schrecklich wirkt, so bestehen doch Chancen hinsichtlich der Wortergreifung, weil so übermächtig wie der Feind erscheint, „noch nie in den vergangenen Halbjahrhundert waren junge Linke so dumm, so unbelesen und so hedonistisch wie heute.“

Und gerade weil der Feind trotz oder wegen seiner Blödheit so übermächtig ist (hier frei nach Bertrand Russel) kann man sich auf Seiten der Rechten keinen Luxus der Distanzierung leisten. Wer dies dennoch macht, verkennt die schwere Lage in der man sich befindet, um dann später „gefressen“ zu werden (die Fabel von den zwei Mäusen).

Im letzten Kapitel (VI) wird ein „Ausblick“ getätigt (S. 53-55). In diesem wird noch mal deutlich, wer eine andere Politik will braucht Metapolitik. Dies muss darauf abzielen seine Landsleute mitzunehmen, statt sie den verheerenden Schritt in das BRD-Kaufhaus tätigen zu lassen, mit seinen debilen genderkonformen und multikulturellen Verlockungen. Die schlussendlich einen Menschen formen der als Konsumnomade und Tagelöhner überall auf der Welt einsetzbar ist, weil Heimat und Volk für ihn nichts mehr bedeuten.

Fazit: Der Erwerb des Bändchen lohnt sich, weil es eine theoretische Unterfütterung liefert; die auf den ersten Blick schier aussichtslose Lage einfängt und den Rahmen absteckt in dem man sich bewegen kann, um die Situation zu verändern. Hier bestellen.

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